Dr. Till Backhaus Statement
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Am 24.04.2026 um 13:13 Uhr gab Dr. Till Backhaus ein Statement vor Ort auf der Insel Poel. Er betonte die Bedeutung nachhaltiger Umweltschutzmaßnahmen und kündigte neue Projekte zur Förderung des Natur- und Küstenschutzes an.
Zitat:
"Also, ich würde gerne ein Statement abgeben, wie wir als staatliche Behörde des Ministeriums aktuell die Lage einschätzen. Punkt eins: Das alte Konzept ist gescheitert. Das will ich ausdrücklich sagen. Unter anderem hätten wir von der Seeberufsgenossenschaft keine Genehmigung für den Transport mit den beiden Pontons bekommen. Damit ist das gesamte Konzept gescheitert. Im Übrigen hat der Wal nochmal bewiesen, dass er sich selber befreien kann und in der Lage ist zu schwimmen. Davon ist das ursprüngliche Konzept ja zunächst nur eingeschränkt ausgegangen.
Aktuell ist es so, dass wir seit gestern zwei Teilkonzepte vorliegen haben. Das eine kam um 11:55 Uhr, das andere um 16:35 Uhr. Das eine betrifft das tierrechtliche Thema, das andere das technische Thema. Diese beiden Teilkonzepte haben wir zur Kenntnis genommen und gestern Abend um 19 Uhr dazu Fragen gestellt. Diese Fragen sind heute um 11:59 Uhr beantwortet worden. Jetzt sind unsere Kollegen im Ministerium dabei, das alles sehr genau zu prüfen und zu untersuchen.
Im Mittelpunkt stehen dabei Tierwohl, Tierschutz, artgerechte Verhaltensweisen und natürlich auch der Schutz der Menschen, die mit dem Tier arbeiten. Wir haben ja auch gestern gehört, dass der Wal gewisse Aktivitäten auslöst, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Ein dritter Punkt ist aus meiner Sicht klar: Wir erwarten fachlichen Sachverstand, sowohl auf der veterinärmedizinischen als auch auf der technischen Seite und auch bei der Frage, wie das Tier weiter begleitet wird.
Ich nehme zur Kenntnis, dass zusätzlich drei Amerikaner eingeflogen wurden, die Erfahrung mit Walen haben. Sie haben sich ein Bild vom Tier gemacht und sind gerade zurückgekommen. Man kann davon ausgehen, dass es sich um Personen handelt, die mit Walen gearbeitet haben. Wissenschaftliche und tierethische Fragen sind weiterhin in Prüfung.
Wie geht es jetzt weiter? Wir gehen davon aus, dass die Anzeige im Rahmen des Konzepts von der Initiative geprüft wird und wir dann sehen, ob es heute oder in den nächsten Stunden ein „Go“ geben kann. Ich will nochmal sagen: Ich halte mich an die wissenschaftliche Expertise. Ich bin auch von der Weltwal-Kommission angeschrieben worden mit der Bitte, das sehr genau zu überlegen. Dabei geht es in zwei Richtungen: dem Tier Ruhe zu geben oder andere Maßnahmen einzuleiten. Letzteres möchte ich hier nicht weiter ausführen.
Ich war heute Morgen selbst beim Tier. Ich nehme zur Kenntnis, dass es mit etwa 42 Herzschlägen pro Minute atmet, also ähnlich wie andere Säugetiere. Es hatte einen starken Blow und war in einer ruhigen Phase. Es registriert seine Umgebung sehr genau und macht auch Bewegungen, die man auf Drohnenbildern nicht immer erkennt. Es gleicht Wind und Wasser aktiv aus, sowohl mit der Fluke als auch mit den Flippern.
Wenn mir jemand sagt, der Wal sei sterbenskrank und werde in den nächsten Stunden verenden, dann fordere ich, dass das wissenschaftlich erklärt wird. Man sieht Veränderungen an der Haut durch Süßwasser, aber die Befeuchtungsmaßnahmen zeigen Wirkung. Auch das, was von der Initiative gemacht wurde, trägt dazu bei. Es gibt Verletzungen – eindeutig Schraubenverletzungen – sowie eine deutliche Schramme auf der Backbordseite.
Wir haben versucht, ihn zu motivieren, das Maul zu öffnen, das hat er nicht gemacht. Aber wenn man bei ihm ist und er Vertrauen fasst, hebt er den Kopf. Das hat er zweimal getan. Es ist ein Versuch – und ich sage das in aller Klarheit – ein weltweit einmaliger Versuch. Mir wird immer wieder bestätigt, dass es so etwas in dieser Form noch nicht gegeben hat.
Es arbeiten hier Menschen Tag und Nacht, freiwillig, von der DLRG, von Initiativen und auch aus den Behörden. Das verdient große Anerkennung. Wer nichts versucht, kann auch nichts erreichen. Dieses Tier beeindruckt mich, ebenso wie die ernst gemeinten Vorschläge und Ideen. Wer von außen kritisiert, soll bitte konkrete Vorschläge machen.
Das erste Konzept ist gescheitert, jetzt hoffen wir, dass das zweite eine Lösung bringt. Wir haben nicht mehr viel Zeit. Ich gebe nicht auf. Es gibt zwei Optionen: Entweder das Konzept ist umsetzbar oder wir nutzen die natürlichen Bedingungen. Für Sonntagmittag wird ein Wasseranstieg von 60 bis 70 Zentimetern erwartet. Das könnte dem Wal helfen, sich zu befreien – oder er strandet erneut. Das kann niemand ausschließen.
Ich habe nie gesagt, dass ich ihn einfach sterben lasse. Ich habe gesagt, ich akzeptiere Gutachten, aber ich hinterfrage sie auch. Ursprünglich hieß es, er würde nach 5 bis 21 Tagen sterben. Wir sind jetzt bei Tag 24 und er lebt noch.
Die zentrale Frage ist weiterhin, ob das Konzept mit Tierwohl, Tierschutz und artgerechtem Verhalten vereinbar ist. Dafür brauchen wir klare fachliche Bestätigung.
Ein möglicher Ansatz ist eine sogenannte Barge, also eine Art großes, absenkbares Wasserfahrzeug, vergleichbar mit einem offenen Aquarium. Damit könnte man den Wal stabilisieren und im Notfall schnell freilassen. Dieser Ansatz wird derzeit geprüft. Nach meinem Kenntnisstand ist ein solches System bereits auf dem Weg.
Abschließend: Wir haben ein natürliches Zeitfenster durch steigendes Wasser und parallel einen technischen Ansatz in Prüfung. Die Entscheidung hängt von der wissenschaftlichen Bewertung ab. Die Initiative arbeitet mit Hochdruck daran."
"Also, ich würde gerne ein Statement abgeben, wie wir als staatliche Behörde des Ministeriums aktuell die Lage einschätzen. Punkt eins: Das alte Konzept ist gescheitert. Das will ich ausdrücklich sagen. Unter anderem hätten wir von der Seeberufsgenossenschaft keine Genehmigung für den Transport mit den beiden Pontons bekommen. Damit ist das gesamte Konzept gescheitert. Im Übrigen hat der Wal nochmal bewiesen, dass er sich selber befreien kann und in der Lage ist zu schwimmen. Davon ist das ursprüngliche Konzept ja zunächst nur eingeschränkt ausgegangen.
Aktuell ist es so, dass wir seit gestern zwei Teilkonzepte vorliegen haben. Das eine kam um 11:55 Uhr, das andere um 16:35 Uhr. Das eine betrifft das tierrechtliche Thema, das andere das technische Thema. Diese beiden Teilkonzepte haben wir zur Kenntnis genommen und gestern Abend um 19 Uhr dazu Fragen gestellt. Diese Fragen sind heute um 11:59 Uhr beantwortet worden. Jetzt sind unsere Kollegen im Ministerium dabei, das alles sehr genau zu prüfen und zu untersuchen.
Im Mittelpunkt stehen dabei Tierwohl, Tierschutz, artgerechte Verhaltensweisen und natürlich auch der Schutz der Menschen, die mit dem Tier arbeiten. Wir haben ja auch gestern gehört, dass der Wal gewisse Aktivitäten auslöst, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Ein dritter Punkt ist aus meiner Sicht klar: Wir erwarten fachlichen Sachverstand, sowohl auf der veterinärmedizinischen als auch auf der technischen Seite und auch bei der Frage, wie das Tier weiter begleitet wird.
Ich nehme zur Kenntnis, dass zusätzlich drei Amerikaner eingeflogen wurden, die Erfahrung mit Walen haben. Sie haben sich ein Bild vom Tier gemacht und sind gerade zurückgekommen. Man kann davon ausgehen, dass es sich um Personen handelt, die mit Walen gearbeitet haben. Wissenschaftliche und tierethische Fragen sind weiterhin in Prüfung.
Wie geht es jetzt weiter? Wir gehen davon aus, dass die Anzeige im Rahmen des Konzepts von der Initiative geprüft wird und wir dann sehen, ob es heute oder in den nächsten Stunden ein „Go“ geben kann. Ich will nochmal sagen: Ich halte mich an die wissenschaftliche Expertise. Ich bin auch von der Weltwal-Kommission angeschrieben worden mit der Bitte, das sehr genau zu überlegen. Dabei geht es in zwei Richtungen: dem Tier Ruhe zu geben oder andere Maßnahmen einzuleiten. Letzteres möchte ich hier nicht weiter ausführen.
Ich war heute Morgen selbst beim Tier. Ich nehme zur Kenntnis, dass es mit etwa 42 Herzschlägen pro Minute atmet, also ähnlich wie andere Säugetiere. Es hatte einen starken Blow und war in einer ruhigen Phase. Es registriert seine Umgebung sehr genau und macht auch Bewegungen, die man auf Drohnenbildern nicht immer erkennt. Es gleicht Wind und Wasser aktiv aus, sowohl mit der Fluke als auch mit den Flippern.
Wenn mir jemand sagt, der Wal sei sterbenskrank und werde in den nächsten Stunden verenden, dann fordere ich, dass das wissenschaftlich erklärt wird. Man sieht Veränderungen an der Haut durch Süßwasser, aber die Befeuchtungsmaßnahmen zeigen Wirkung. Auch das, was von der Initiative gemacht wurde, trägt dazu bei. Es gibt Verletzungen – eindeutig Schraubenverletzungen – sowie eine deutliche Schramme auf der Backbordseite.
Wir haben versucht, ihn zu motivieren, das Maul zu öffnen, das hat er nicht gemacht. Aber wenn man bei ihm ist und er Vertrauen fasst, hebt er den Kopf. Das hat er zweimal getan. Es ist ein Versuch – und ich sage das in aller Klarheit – ein weltweit einmaliger Versuch. Mir wird immer wieder bestätigt, dass es so etwas in dieser Form noch nicht gegeben hat.
Es arbeiten hier Menschen Tag und Nacht, freiwillig, von der DLRG, von Initiativen und auch aus den Behörden. Das verdient große Anerkennung. Wer nichts versucht, kann auch nichts erreichen. Dieses Tier beeindruckt mich, ebenso wie die ernst gemeinten Vorschläge und Ideen. Wer von außen kritisiert, soll bitte konkrete Vorschläge machen.
Das erste Konzept ist gescheitert, jetzt hoffen wir, dass das zweite eine Lösung bringt. Wir haben nicht mehr viel Zeit. Ich gebe nicht auf. Es gibt zwei Optionen: Entweder das Konzept ist umsetzbar oder wir nutzen die natürlichen Bedingungen. Für Sonntagmittag wird ein Wasseranstieg von 60 bis 70 Zentimetern erwartet. Das könnte dem Wal helfen, sich zu befreien – oder er strandet erneut. Das kann niemand ausschließen.
Ich habe nie gesagt, dass ich ihn einfach sterben lasse. Ich habe gesagt, ich akzeptiere Gutachten, aber ich hinterfrage sie auch. Ursprünglich hieß es, er würde nach 5 bis 21 Tagen sterben. Wir sind jetzt bei Tag 24 und er lebt noch.
Die zentrale Frage ist weiterhin, ob das Konzept mit Tierwohl, Tierschutz und artgerechtem Verhalten vereinbar ist. Dafür brauchen wir klare fachliche Bestätigung.
Ein möglicher Ansatz ist eine sogenannte Barge, also eine Art großes, absenkbares Wasserfahrzeug, vergleichbar mit einem offenen Aquarium. Damit könnte man den Wal stabilisieren und im Notfall schnell freilassen. Dieser Ansatz wird derzeit geprüft. Nach meinem Kenntnisstand ist ein solches System bereits auf dem Weg.
Abschließend: Wir haben ein natürliches Zeitfenster durch steigendes Wasser und parallel einen technischen Ansatz in Prüfung. Die Entscheidung hängt von der wissenschaftlichen Bewertung ab. Die Initiative arbeitet mit Hochdruck daran."
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