Ein verirrter Buckelwal in der Ostsee beschäftigt seit Wochen Rettungsteams und Experten gleichermaßen. Das Tier war Ende März erstmals in der Lübecker Bucht gestrandet und hatte sich nach der ersten Befreiung vorerst frei bewegt. Kurz darauf geriet der Wal jedoch erneut auf eine Sandbank in der Wismarbucht bei Mecklenburg-Vorpommern und steckte vor der Insel Poel fest.

Die Rettungsversuche wurden zwischenzeitlich eingestellt, da Experten davon ausgingen, dass der Wal dort sterben würde. Doch eine private Initiative setzte die Bemühungen fort – mit einem überraschend positiven Effekt: Am 20. April schwamm der Buckelwal wieder los. Seitdem kämpft das Team jedoch mit technischen Ausfällen und internen Differenzen.

Kritiker, darunter auch die Internationale Walfangkommission (IWC) und Greenpeace, warnen vor dem hohen Stress für das Tier und sprechen sich für eine möglichst ruhige, palliative Versorgung aus.

Das Rettungsteam plant nun einen weiteren Ansatz: Eine rund 110 Meter lange, zehn Meter breite und etwa zwei Meter tiefe Fahrrinne soll von der aktuellen Position des Wals bis in tieferes Wasser führen. Dabei wird ein zweiter Bagger eingesetzt, um diese Passage innerhalb von etwa zwei Tagen auszuheben. Ziel ist es, dem Meeressäuger einen sicheren Weg zurück in tiefere Gewässer mit durchschnittlichen Tiefen von vier bis fünf Metern zu ermöglichen.

Ob dieser letzte Versuch erfolgreich sein wird, bleibt angesichts der Herausforderungen ungewiss. Die Hoffnung auf eine sichere Rückkehr des Wals in die offene Ostsee begleitet die Helfer weiterhin.